Tierversuche in der Aus-, Fort- und Weiterbildung

Noch ist ein tierverbrauchsfreies Studium an deutschen Universitäten eher die Ausnahme als die Regel. Doch nehmen ethische und wissenschaftliche Kritikpunkte am Tierverbrauch weiter zu, auch dank modernster Lern- und Lehrmethoden.

Betroffene Studienbereiche

Fachbereiche der Biologie, der Tier- und der Humanmedizin sind besonders betroffen.  In Studiengängen wie Landschaftsbiologie, Pharmazie und Psychologie werden ebenfalls Tierverbrauch sowie Tierversuche betrieben, gleichfalls in Bereichen der Agrar- und Ernährungswissenschaften. Auch bei der Ausbildung zum/zur Tierpfleger/in, zu biologisch-technischen- , human- oder veterinärmedizinischen Assistenten/innen werden Tiere missbraucht und getötet.

Kann Tierverbrauch im Studium/Ausbildung verweigert werden?

Ein Verweigern der Studenten/innen von Übungen am lebenden oder hierfür getöteten Tier führt oft zu Verhöhnung bis hin zur Ablehnung des Nachweises der gesamten Übung, schlimmstenfalls zum Abbruch des Studiums Der Gewissenskonflikt vieler Studenten/innen wird negiert. Ehrfurcht vor allem Leben, Empathie und Mitgefühl sowie der Wunsch der Studierenden, Leben zu erhalten anstatt zu zerstören, wird missachtet.

Festhalten an veralteten Methoden

Durch Tradition und dem Festhalten-Wollen am Tierversuch wird an vielen deutschen Universitäten der Blick zu modernen Lehrmethoden versperrt. In den USA half der Druck der Öffentlichkeit, aber auch die Einsicht über viel effizientere tierversuchsfreie Lehrmethoden, diese an so gut wie allen Hochschulen zu manifestieren.

Mehr Informationen zum Thema Tierversuche an deutschen Universitäten.

 

Was geschieht mit den Tieren

Studenten/innen werden an vielen deutschen Universitäten zu völlig antiquierten, grausamen Übungen gezwungen. Tiere werden missbraucht, um bekannte Ergebnisse nachzuweisen. Sie müssen auf Laufbändern laufen, werden großer Hitze ausgesetzt, werden getötet, seziert. Es wird geübt, ihnen Blut abzunehmen, in alle Körperöffnungen zu gelangen, Katheter zu legen. Bei Mäusen werden künstliche Herzinfarkte hervorgerufen, bei Kühen und Pferden werden Fisteln eingesetzt und durch Klappen verschlossen, um in ihren Verdauungstrakt zu schauen oder Proben zu entnehmen. So wurde vor ca. 60 Jahren in Berlin-Düppel geforscht und so geschieht es auch noch heute im veterinärmedizinischen Institut der FU Berlin in Düppel. Auch werden andernorts an zuvor schwerst verletzten Schweinen zum Zwecke der Fortbildung Operationstechniken geübt. Danach werden die Tiere getötet.

Anzahl der verbrauchten Tiere 2015

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurden über 55 000 Tiere für Aus-, Fort- und Weiterbildung verbraucht, darunter Pferde, Hunde, Katzen, Esel, Affen, Ratten etc. Diese Zahl umfasst nicht die Tiere, die getötet wurden, um ihre Körper oder Teile davon zu sezieren. Sie umfasst auch nicht die Tiere, die erst gezüchtet und dann getötet wurden, weil sie für Forschung und Lehre ungeeignet schienen.

Tierverbrauchsfreie Lehre

Immer mehr universitäre Einrichtungen erkennen die Vorteile von tierverbrauchssuchsfreien Lehrmethoden, sehen die Motivation ihrer Studenten bei modernen Methoden. Viele dieser Methoden werden als effizienter, anschaulicher und als leicht wiederholbar angesehen.

Fortschritt

Die Bundesländer Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und das Saarland haben bereits in ihren  Hochschulgesetzen einen Passus verankert, dass Studierende auf Antrag von Prüfungsleistungen ausgenommen werden dürfen, wenn dieser mit Tierverbrauch verbunden ist.

Ethik Ranking     

Satis  führt in einer Tabelle Hochschulen und deren Fachbereiche auf, in welchen ein tierverbrauchsfreies Studium möglich ist.

 

Tierversuchsfreie Lehr- und Lernmethoden

(wird stetig erweitert)

  • – moderne, bildgebende Verfahren
  • – Computersimulationen (physiologische Phänomene werden lebensecht nachgeahmt)
  • – Filme (Großleinwand, Großaufnahme, Abschnitte in Zeitlupe)
  • – Selbstversuche (Messen von Muskelströmen durch myographische Verfahren)
  • – Anatomie-Kurse mit natürlich gestorbenen oder durch Indikation eingeschläferten Tieren (zu erhalten in allen Tierarztpraxen)
  • – Plastinationen, Modelle
  • – Lernen am Patienten (was in der Humanmedizin möglich ist, ist auch in der Veterinärmedizin möglich )
  • – Erlernen von Operationstechniken in Assistenz von erfahrenen Chirurgen
  • – Erlernen von Operationstechniken mit Hilfe von „Virtual Reality – (VR) Technik