Tierversuchsfreie Forschung

Internationale Ebene

Auf internationaler Ebene forschen immer mehr Wissenschaftler mit modernen, tierversuchsfreien Methoden oder entwickeln diese weiter. In vielen Bereichen setzen sich tierversuchsfreie Methoden durch. Insbesondere die risikofreie und zuverlässige Übertragbarkeit von Versuchsergebnissen auf den Menschen ist ein schlagkräftiges Argument für tierversuchsfreie Forschungsmethoden.

Viele Experimente werden gegenwärtig an Zellkulturen durchgeführt.

In Abgrenzung zu Versuchen an lebenden Tieren (In-vivo-Methoden)  werden diese als In-vitro-Methoden („im Reagenzglas“) bezeichnet.

Auch Computersimulationen oder entwickelte „Organe auf dem Chip“ spielen eine wesentliche Rolle, die Wirkungsweise von Stoffen im Körper abzubilden.

Obwohl diese Forschungsmethoden  keine gleichwertigen Mittelzuwendungen und Prestige erfahren, haben Forscher beachtliche Erfolge erzielt.

 

Vorteile

Die in der tierversuchsfreien Forschung entwickelten Methoden sind relevanter und meist kostengünstiger. Die Ergebnisse sind teilweise deutlich schneller ersichtlich und immer differenzierter als in Tierversuchen. Probleme der Übertragbarkeit des  „Tiermodells“ werden ausgeschaltet. Tierversuchsfreie Forschung ist ethisch unanfechtbar.

 

Validierung – erfolgversprechend und ausgebremst

Zahlreiche Reglungen auf nationaler und internationaler Ebene schreiben Tierversuche vor. Will eine Firma ihre Produkte, für die Tierversuche  gesetzlich vorgeschrieben sind, z.B. weltweit verkaufen, müssen diese tierversuchsfreien Verfahren (In – vitro Methoden) in diese Rechtsvorschriften und Richtlinien aufgenommen werden, d.h. eine Validierung durchlaufen.

Dieser Prozess kann 10 – 15 Jahre dauern und ist sehr kostenintensiv.

 

USA – tierversuchsfreie Methoden setzten sich durch

Durch die anerkannte Unzuverlässigkeit der Ergebnisse aus Tierversuchen haben sich tierversuchsfreie Methoden in den USA deutlich besser durchgesetzt als in Europa oder Deutschland. Man setzt dort verstärkt auf Humandaten, um die Sicherheit für den Menschen weit möglichst zu gewährleisten.

Pressemeldungen, besonders aus den USA, zeigen immer wieder neue Entwicklungen und die Anerkennung tierversuchsfreier Forschungsmethoden, welche enorme  Vorzüge gegenüber den Tierversuchen aufweisen.

 

Holland prescht voran

Bis 2025 will Holland alle gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche abschaffen und modernste Methoden anwenden. Der Fokus  der angewandten  Forschung soll auf „menschliche“ Modelle“ gelegt werden. Ein Paradigmenwechsel für alle anderen Bereiche ist in einem Plan gefordert.

 

Umdenken und handeln

Um tierversuchsfreie Forschung als gängigen Ansatz zu etablieren, benötigt es sowohl
wirtschaftlich wie politische Elemente:

  •  drastische Reduzierung der Mittelbereitstellung für Tierversuche
  •  finanzielle Anreize/ Mittelbereitstellung zugunsten tierversuchsfreier Forschung und deren Validierung
  •  tierversuchsfreie Lehrmethoden statt Tierverbrauch in  Aus- , Fort- , und Weiterbildung
  •  Etablierung von Lehrstühlen tierversuchsfreier Forschung an allen relevanten Hochschulen

 

als auch sozio-kulturelle Veränderungen:

  •  Tierversuche als Missbrauch der Tiere zu erkennen und als ethisch nicht vertretbar zu beenden
  •  Wertschätzung der tierversuchsfreien Forschung sowohl im Studium als auch in der Forschung
  •  Validierung von tierversuchsfreien  Methoden ohne den Vergleich mit Ergebnissen aus Tierversuchen

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in unserer Literaturliste.